Canal Plus
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Das Bezahlfernsehen erfreut sich unabhängig von der technologischen Plattform großer Beliebtheit. Vor allem der Marktführer Canal plus verfügt mit über sechs Millionen Abonnenten über einen soliden Kundenstamm. Canal plus ist der mit Abstand bedeutendste Anbieter von Bezahlfernsehen in Europa und sowohl terrestrisch, über Satellit (analog und digital) sowie über das Kabel zu empfangen. Die große Mehrheit (über 4 Millionen) der Abonnenten empfängt Canal plus bislang aber über die normale Fernsehantenne. Über seine Auslandsableger haben sich in Europa insgesamt rund 12 Millionen Menschen bei Canal Plus angemeldet.
Canal plus sendet seit 1984, blieb aber bis zur Gesetzesnovelle aus dem Jahre 1994 ein juristisches Zwitterwesen. Die Konzession für das 4. terrestrische Sendernetz hatte der Staatskonzern Havas, der 1985 privatisiert wurde, von der Regierung durch Verordnung erhalten.
Die Attraktivität erhält der Sender zum großen Teil durch aktuelle Spielfilme, die in Canal plus ohne Werbeunterbrechung gezeigt werden. Zu den wenigen Sendungen, die unverschlüsselt übertragen werden, zählt die politische Satiresendung Les guignols de l'Info. Angelehnt an das britische Vorbild, werden Politiker als Puppen gezeigt und durch den Kakao gezogen.
Größter Einzelgesellschafter von Canal plus ist Vivendi Universal S.A., der 34 Prozent des Senders besitzt. Unter der Führung von Jean-Marie Messier wandelte sich Vivendi, damals noch unter dem Namen Compagnie Générale des Eaux (CGE) bekannt, von einem Versorgungsunternehmen für Elektrizität und Wasser mit Monopolstellung in einigen Gebieten zu einem international tätigen Mischkonzern mit den Schwerpunkten Kommunikationsdienstleistungen, Umwelt und Infrastruktur.
Ausgangspunkt für das Abenteuer Bezahlfernsehen war die langsame Übernahme des Medienhauses Havas, mit dem CGE im Frühjahr 1998 zum größten französischen Verlagshaus mit Namen Vivendi fusionierte. Nach einem weiteren Zukauf nennt sich das Unternehmen heute Vivendi Universal.
Canals Plus befindet sich heute in einer schweren Krise. Der gestiegene DVD-Absatz und Computerbesitzer, die Filme aus dem Internet herunterladen machen dem Unternehmen schwer zu schaffen. Im ersten Quartal 2004 sank der Umsatz von Canal Plus um 21 Prozent auf 923 Millionen Euro.
Im März 2004 hat Canal Plus seine Beteiligung an dem Sportrechte-Händler Sportfive veräußert. Canal Plus hielt bis dahin 46,4 Prozent des führenden französischen Sportrechte-Händlers. Außerdem haben im gleichen Monat Canal Plus und France Telecom verkündet, ihre Kabelfernsehgeschäftssparten zusammenzulegen. Durch die Fusion soll die Konsolidierung im Kabelfernsehgeschäft weiter vorangetrieben werden.
